Althusmann trägt alleinige Verantwortung für Lehrermangel Bajus: „Volles Verständnis für Schulärger über die Lehrer-Abordnungen“

Die Abordnung von Lehrerinnen und Lehrern von Gymnasien und Gesamtschulen an unterversorgte Grundschulen ist auch für die Grünen ein Ärgernis. „Ich habe volles Verständnis für den Unmut an den betroffenen Schulen. Jeder Schulstart nach Ferienbeginn ist eine Herausforderung. Wenn dann auch noch das Personal knapp wird, wird es eng“, erklärt der grüne Landtagsabgeordnete Volker Bajus.

Begründet werden die Abordnungen mit dem akuten Lehrermangel der alle Schulen aber insbesondere die Grundschulen trifft. „Die Priorität der Unterrichtsversorgung bei den Kleinsten zu setzen, ist völlig richtig. Dazu stehe ich. Nicht nachvollziehen kann ich allerdings, warum man das schon länger bekannte Versorgungsdefizit nicht rechtzeitig vor den Ferien mit den Schulen besprochen hat. So erzeugen die Schulbehörde und das Ministerium nur Frust. Das muss deutlich besser werden“, fordert Bajus. Dies vertrete man auch gegenüber dem Ministerium deutlich.

Ursächlich für die Misere ist der Lehrermangel. Und für den machen die Grünen die CDU-Schulpolitik verantwortlich. „Bis zur Ablösung der CDU-Regierung im Jahr 2013 hat man die Lehrerausbildung gezielt zurück gefahren und Stellen abgebaut. Der verantwortliche Kultusminister hieß damals Bernd Althusmann. Offensichtlich ein bildungspolitischer Totalausfall“, kritisiert Bajus.

Erst Rotgrün hat die Lehrerausbildung seitdem massiv ausgebaut und die Stellenzahl erhöht. Es fehle aber weiterhin an qualifizierten Leuten, um alle Stellen auch zu besetzen. „Die Ausbildung dauert nun mal fünf Jahre. Deswegen müssen jetzt auch andere Maßnahmen ergriffen werden. Rotgrün hat dafür „17-Punkte-Aktionsplan zur Lehrkräftegewinnung“ aufgelegt. Abordnungen sollen nur in Notfällen zum Einsatz kommen. Das ist aus Solidarität mit den Grundschulen nun leider der Fall“, erläutert Bajus.

Wenn irgend möglich sollten zudem nicht zu vermeidende Abordnungen auf der Grundlage von Freiwilligkeit erfolgen. „In jedem Fall müssen sowohl die Schulen als auch die betroffenen Lehrkräfte rechtzeitig darüber informiert werden. Und wir halten es auch für notwendig, den Gymnasiallehrkräften Fortbildungen anzubieten, denn sie haben ja in der Grundschule ganz andere pädagogische Aufgaben als am Gymnasium“, so Bajus.

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