Grüne irritiert über Städte- und Gemeindebund zur Kinderbetreuung Bajus: „Wir brauchen mehr Personal und Qualität in Kitas“

Die aktuellen Äußerungen des Städte- und Gemeindebundes irritieren die Grünen. Der Vorsitzende hatte gefordert, statt die Kitas beitragsfrei zu stellen, sei es besser das Geld in mehr Polizei zu stecken. „Die Skepsis von Herrn Trips zur Beitragsfreiheit in den Kitas teile ich. Das Geld dafür wäre aber in mehr Betreuungspersonal in den Kitas besser aufgehoben. Ich halte nichts davon das Thema Kitabetreuung mit dem Thema Polizei zu vermischen. Das hat nichts miteinander zu tun“, erklärt der Landtagsabgeordnete Volker Bajus. „Offensichtlich ignoriert Herr Trips das Problem in den Kitas und redet stattdessen einer lediglich gefühlten zu geringen Polizeipräsenz das Wort“, so Bajus weiter.

Wie die Grünen mitteilen, erhält Osnabrück vom Land seit dem Sommer 2017 in diesem und im nächsten Jahr bereits rund 2,2 Millionen Euro, um dafür zusätzliches Personal in Kindertagesstätten zu beschäftigen. „Das ist einen wichtige Qualitätsinitiative der rotgrünen Landesregierung. Damit können wir Kitas mit besonderem pädagogischen Bedarf fördern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort werden durch weitere pädagogische Kräfte entlastet. Das ist auch nötig“, teilt Bajus mit.

Im Fokus stehen nach Angaben der Grünen insbesondere Einrichtungen mit einer hohen Zahl an Kindern, die aufgrund ihrer Herkunft kein oder nur wenig Deutsch können. „Diese Kitas sollen personelle Verstärkung bekommen und so bei der Integration und Sprachförderung unterstützt werden“, so Bajus. Angesichts des Fachkräftemangels sieht die Richtlinie ausdrücklich vor, auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zuzulassen.

Sinnvoll wäre es dieses Programm auf alle Einrichtungen auszuweiten. Die Landesgrünen halten daher weiterhin an ihrem Plan fest, alle Kitas besser auszustatten und dafür das Kindertagesstättengesetz zu ändern. „Wir wissen, dass das aktuelle Förderprogramm nur ein erster Schritt ist. Unsere Betreuungseinrichtungen brauchen dauerhaft verlässliche und verbesserte Rahmenbedingungen, um vernünftig arbeiten zu können. Wir Grüne wollen mittelfristig in allen Gruppen eine dritte Kraft“, fordert Bajus. Aufgaben, wie etwa die inklusive Kita oder die Teilhabe geflüchteter Kinder, könnten nicht nebenbei mit gemeistert werden. „In den Kitas wird Super-Arbeit geleistet, aber Erzieherinnen und Erzieher können auf Dauer keine Wunder vollbringen“, erklärt Bajus.

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