Volker Bajus MdL

Sprecher für Umwelt, Energie, Kulturpolitik

Fracking ist nicht akzeptabel

Grüne fordern von Exxon Aufsuchungsverzicht

Das Unternehmen Exxon Mobil erforscht seit mehreren Jahren im so genannten Erlaubnisfeld „Bramsche Erweiterung“, zu dem neben Stadt und Landkreis Osnabrück auch Teile des Emslands und Neuenkirchen-Vördens gehören, die Förderung von Erdgas. Auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Filiz Polat und Volker Bajus (Bündnis 90/ Die Grünen) teilt die Landesregierung nunmehr mit, dass für die zum 31. März 2017 auslaufende Aufsuchungserlaubnis aktuell ein Verlängerungsantrag des Unternehmens BEB Erdgas und Erdöl GmbH & Co. KG vorliegt und der nach geltendem Recht verlängert werden muss. Die BEB ist mit dem Exxon-Konzern verwoben. Mit einer solchen Aufsuchungserlaubnis würden laut Wirtschaftsministerium allerdings noch keine Förderaktivitäten erlaubt. Hierfür bedürfe es entsprechender Genehmigungen in Form von zugelassenen bergrechtlichen Betriebsplänen.

Aus Sicht der Grünen macht aber schon die aktuelle Aufsuchung keinen Sinn: „Hier gibt es nur Gasvorkommen in den sogenannten unkonventionellen Vorkommen im Schiefergestein und Kohleflözen. Dieses Gas hier könnte also nur mit massivem Fracking gefördert werden. Das ist für uns nicht verantwortbar“, erklärt die Bramscher Abgeordnete Filiz Polat.

Und Volker Bajus, der auch energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion ist, ergänzt: „Mit der Änderung des Bergrechts hat der Bund den Ländern die Möglichkeit gegeben, Fracking im Schiefergestein nicht zuzulassen. Genau das hat die rot-grüne Landesregierung getan. Selbst wenn Exxon hier Gas findet, eine Fördererlaubnis würden sie nicht bekommen.“

Die Grünen befürchten, dass Exxon sich hier langfristig den Claim sichern willen. „Offensichtlich setzt man darauf, dass die riskante Schiefergasförderung von anderen Mehrheiten schon bald wieder erlaubt wird“, sorgt sich Polat und mahnt zudem an, dass die Bundesregierung eine frühzeitige und umfassende Beteiligung der Kommunen und der Öffentlichkeit sicherstellen solle. 

Die Förderbranche sollte nach den Umweltskandalen der letzten Jahre um giftiges Lagerstättenwasser, Bohrlochschlammgruben und auffälligen Krebserkrankungen lieber versuchen, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen. „Dafür sollte Exxon auf die Aufsuchungserlaubnis in unserer Region freiwillig verzichten. Die Bevölkerung will Fracking nicht. Wir haben schon genug Probleme mit dem Gülleüberschuss und unserem Grundwasser“, so Umweltexperte Bajus.

Im Übrigen liegen auch dem Ministerium bisher keine belastbaren Erkenntnisse vor, ob im Bereich des Erlaubnisfeldes „Bramsche Erweiterung“ überhaupt technisch und wirtschaftlich gewinnbare Kohlenwasserstoffvorräte lagern. „Wir sollten im Osnabrücker Land besser die Energiewende vorantreiben und auf klimaschonende erneuerbare Energien setzen, statt uns noch mehr Umweltrisiken auszusetzen“, so die beiden Grünen abschließend.



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