Grüne: Kein Freizeit-Lockdown für Jugendliche Corona-Ausnahmen für U18 müssen verlängert werden

Die Pläne von Ministerpräsident Stephan Weil, die 2G-Regeln ab 01. Januar auch auf Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren anzuwenden, sieht die Grüne Landtagsfraktion äußert kritisch. Volker Bajus, der sozialpolitische Sprecher der Grünen im Landtag sagt dazu:

„Die Maßnahme ist unverhältnismäßig und schließt fast die Hälfte der Altersgruppe weitgehend vom sozialen Leben aus. Sie kommt einem Freizeit-Lockdown gleich und wird noch dadurch verstärkt, dass wegen der Weihnachtsferien Treffpunkte für junge Leute wie z.B. die Schulen geschlossen sind. Der Ministerpräsident zeigt einmal mehr, dass ihm die Rechte und die Situation von Kindern und Jugendlichen gleichgültig sind.

Es kann doch nicht sein, dass Jugendliche jetzt ausbaden sollen, was uns die vielen erwachsenen Impfverweigerer eingebrockt haben. Die Altersgruppe der 12 bis 18-jährigen wird erst seit dem Spätsommer geimpft und hatte wegen der Schließung der Impfzentren viel weniger Impfmöglichkeiten. Auch sind sie in ihrer Impf-Entscheidung nicht frei, sondern auf die Zustimmung der Eltern angewiesen. Statt Druck auf Kinder und Jugendliche auszuüben sollte die Landesregierung besser für zielgruppengerechte Ansprache und Impfangebote sorgen und insbesondere auch die Eltern sensibler und umfassend informieren.

Die Maßnahme steht auch im Widerspruch zur Impfempfehlung der STIKO für Über-12 Jährige. Die hat sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird. Auch für den Infektionsschutz ist diese Maßnahme wenig hilfreich, wird doch damit das soziale Leben der Jugendlichen ins Private verdrängt, wo es jeder sozialen Kontrolle entzogen ist.“

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