Corona-Ausbruch in Folge von Revision in US-Atomkraftwerk Grüne fürchten Sicherheitsrisiken im AKW Emsland

In den USA gab es den ersten COVID-19-Ausbruch in Folge von Revisionsarbeiten in einem Atomkraftwerk. Über 230 von 2000 Mitarbeitern des Atomkraftwerk Fermi 2 in Michigan, USA wurden positiv auf das Virus getestet, betroffen sind sowohl die Stammbelegschaft als auch externes Fachpersonal. Auch im AKW Emsland wird derzeit die jährliche Revision durchgeführt, die Grünen fürchten Infektions- und Sicherheitsrisiken.

Volker Bajus, regionaler Landtagsabgeordneter der Grünen kritisiert: „Es ist ein unnötiges Risiko, dass Umweltminister Olaf Lies die Revision im AKW Emsland zum jetzigen Zeitpunkt genehmigt hat. Während der Wartungsarbeiten werden externe Fachfirmen hinzugezogen, die auch in anderen Atomkraftwerken zum Einsatz kommen. So besteht das Risiko einer Übertragung von Anlage zu Anlage. Der Corona-Ausbruch aus den USA zeigt, dass Infektionsketten oft erst zu spät erkannt werden.“

Miriam Staudte, Atom-Expertin der Grünen im Landtag, verweist darauf, dass Atomanlagen mit steigenden Alter zunehmend störanfällig werden. Dazu Staudte: „SPD und CDU hatten bei ihrem Regierungsantritt versprochen, die Kontrolldichte bis zum Laufzeitende hoch zu halten. Dieses Versprechen wurden nun gebrochen. Wegen des Infektionsschutzes wird weniger Personal für die Revision eingesetzt. Dennoch soll die Revision wie ursprünglich geplant in drei Wochen erledigt sein. Das heißt also, dass auf einen Teil der Prüfungen verzichtet wird.“

Die Grünen hatten gefordert, die derzeit laufenden Revisionen in den Atomkraftwerken Grohnde und Emsland vorerst auszusetzen. Nach Ansicht der Grünen sind die Atomkraftwerke längst nicht mehr systemrelevant, die Stromversorgung sei Dank des Ausbaus der Erneuerbaren auch ohne Atomstrom jederzeit gewährleistet.

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