Pressemitteilung Grüne in Sorge um Alleebäume

Baumfällungen an Melles Straßen Thema im Landtag


Die jüngsten Baumfällungen von gut 20 Alleebäumen an Landesstraßen rund um Melle geben den Grünen Anlass zur Sorge. „Die meisten dieser Bäume waren noch in gutem Zustand. Von daher sind die Fällungen für uns nicht nachvollziehbar. Ich habe die große Sorge, dass die zuständige Straßenbaubehörde zu wenig den Erhalt und den Schutz der kostbaren Alleebäume im Blick hat. Deswegen haben wir uns jetzt an unsere Vertreter im niedersächsischen Landtag gewandt”, erläutert Silke Meier, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion in Melle.
Dazu hatte Meier den Osnabrücker Abgeordneten Volker Bajus, der auch für Melle zuständig ist, zu einem Ortstermin eingeladen. An der L91 wurde eine gut 70 Jahre alte Linde gefällt. „Nach erster Inaugenscheinnahme war der Baum vital. Insofern war eine Gefährdung der Verkehrssicherheit nicht gegeben“ stellte Meier fest.
Auch Bajus wundert sich. „Für den Naturschutz und das Landschaftsbild sind die Straßenalleen sehr wichtig. Viele Arten nutzen die Bäume als Habitat oder als Grünverbindung. Deswegen sind die Straßenbaubehörden eigentlich gehalten, die Bäume zu schützen. Gemeinsam mit meinem Kollegen vom Naturschutz Christian Meyer habe ich daher eine Anfrage an die Landesregierung gestellt, um die konkreten Fälle in Melle zu klären”, berichtet Bajus.
Für die Meller Grünen ist das Thema nicht neu. Seit Jahren diskutiere man über die richtige Vorgehensweise. Zweifel an der Fachlichkeit vieler Maßnahme gäbe es schon länger. „Das ist ja leider kein Einzelfall. Auch andere Bäume sind gefällt worden, die nicht wirklich eine Gefährdung für die Verkehrssicherheit waren. Im vergangenen Winter waren nach unserer Kenntnis etwa 70 Bäume zur Fällung vorgesehen. Hinzu kommt ein oft nicht fachgerechter Baumschnitt. Hier müssen die eingesetzten Fremdfirmen besser eingewiesen und die Leistung qualitätsgesichert werden”, verlangt Meier.
Seit Anfang des Jahres sind nach Angaben der Grünen Alleebäume gesetzlich besonders geschützt. So verlange das Landesnaturschutzgesetz jetzt grundsätzlich eine naturschutzfachliche Abwägung. „Vielleicht ist das ja noch nicht bei allen richtig angekommen. Es ist auf jeden Fall Aufgabe des Landesverkehrsministeriums die zuständigen Behörden auch in die Lage zu versetzen, dem Naturschutz gerecht zu werden”, so Bajus.

Alle Informationen zur Anfrage und die Antwort der Landesregierung (sobald verfügbar) gibt es hier.

Zurück zum Pressearchiv