Pressemeldung Nr. 115 vom

Volker Bajus: Mehr für den Gewässerschutz tun!

Darum geht’s

Grüne Landtagsabgeordnete aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben sich kürzlich getroffen, um Maßnahmen gegen die Versalzung der Weser zu diskutieren.

Das sagen die Grünen

Volker Bajus, umweltpolitischer Sprecher:

„Beim Umgang mit den Abwässern der Kaliproduktion im hessisch-thüringischen Grenzgebiet müssen neue Lösungen her. Es muss möglichst schnell Schluss sein damit, diese in Werra und Weser zu kippen oder in die Erde zu pumpen.“

„Wer langfristig Arbeitsplätze sichern will, muss in den technischen Umweltschutz investieren. Modernes Management ist gefordert, wirtschaftliche Interessen und ökologische Anforderungen zusammen zu bringen. Es geht um unsere Weser und um die Zukunft des Unternehmens.“

„Es kann nichts sein, dass ein Unternehmen für seine Aktionäre eine gute Rendite erwirtschaftet, der Gemeinschaft aber einen kranken Fluss hinterlässt. Nachhaltig wirtschaften geht anders!“

„K+S ist ein erfolgreiches Unternehmen mit einem Nettogewinn von 640 Millionen Euro bei einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro. Wir erwarten, dass mehr für den Gewässerschutz getan wird – auch aus eigenem Interesse.“

Zum Hintergrund

Die K+S AG fördert Kalium, einen wichtigen Pflanzennährstoff für die Landwirtschaft; K+S ist unter anderem im Grenzgebiet zwischen Hessen und Thüringen tätig. Bei der Förderung entstehen jährlich 10 bis 15 Millionen Tonnen feste Abfälle, die zu Halden aufgeschüttet werden, dazu kommt etwa die gleiche Menge an Abwässern. Diese Abfallprodukte bestehen überwiegend aus Salzen. Außerdem entstehen an den Halden jährlich rund zwei Millionen Kubikmetern an Abwässern.

 Die eine Hälfte der Abwässer wird in den Boden „verpresst“. Die zwischenzeitlich rund eine Milliarde Kubikmeter in den Untergrund verpressten Abwässer sind bereits zu rund einem Drittel wieder an die Oberfläche aufgestiegen; deshalb soll die Verpressung Ende 2015 auslaufen.

Die andere Hälfte der Abwässer wird über Werra und Weser in die Nordsee eingeleitet. Diese Abwässer schaden Werra und Weser massiv. Die EU-Kommission hat im vergangenen Jahr ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil es die Wasserrahmenrichtlinie nicht umgesetzt hat.

Grundsätzlich ist die Einleitung in die Werra bis 2020 genehmigt. Als Nachfolgelösung werden drei Varianten diskutiert:

  • Aufbereitung der Abwässer vor Ort
  • Direkte Einleitung in die Oberweser bei Bad Karlshafen (unter Umgehung der Werra)
  • Bau einer Pipeline zur Nordsee

Ein Problem besteht auf jeden Fall dauerhaft: Wenn die Kali-Vorkommen in 30 bis 40 Jahren ausgebeutet sein werden, wird es immer noch die salzhaltigen Haldenabwässer geben, weil die Halden aus technischen Gründen nicht abgedeckt werden können.

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