Zahl rechter Gewaltdelikte nimmt auch in Osnabrück weiter zu :Kura/Bajus: Rechte Hetze führt zu rechter Gewalt
Auch die Statistiken zu rechts motivierten Straftaten im vierten Quartal 2025 belegen, dass die Zahl rechter Gewaltdelikte weiter stark zulegt. Auf eine entsprechende Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion liegen jetzt die Gesamtzahlen des vergangenen Jahres vor.
Osnabrück. Auch die Statistiken zu rechts motivierten Straftaten im vierten Quartal 2025 belegen, dass die Zahl rechter Gewaltdelikte weiter stark zulegt. Auf eine entsprechende Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion liegen jetzt die Gesamtzahlen des vergangenen Jahres vor. „Angesichts von landesweit fast 3550 Fällen rechter Straftaten gibt es weiterhin keinen Grund zur Entwarnung“, sagt dazu die Grünen-Landtagsabgeordnete Anne Kura aus Osnabrück. „Die Fallzahlen verharren auf einem besorgniserregend hohen Niveau.“ Die Entwicklung zeige, so Kura, dass rechtsextreme Ideologie anschlussfähig und gefährlich bleibt. Wo menschenfeindliche Einstellungen reiften, nähmen letztlich Gewaltbereitschaft und Gewaltanwendung zu.
In der Region Osnabrück zeigt sich diese Entwicklung auch im vierten Quartal des Vorjahres deutlich: Die Behörden registrierten in der Region Osnabrück in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 49 Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund, davon 27 in der Stadt Osnabrück und 22 Straftaten im Landkreis. Im Gesamtjahr waren es in der Region 205 Straftaten, 112 wurden in der Stadt Osnabrück verübt, 93 im Landkreis. Zum Vergleich, in 2024 wurden in der Region 169 rechtsextreme Straftaten aufgenommen. Für den Grünen-Landtagsabgeordneten Volker Bajus steht fest: „Rechtsextremismus ist und bleibt auch in Niedersachsen und in unserer Region die größte Gefahr für die Demokratie.“ Rechte Hetze und diskriminierende Äußerungen seien keine Bagatellen, sondern Teile eines Vorfelds rechter Gewalt. Dabei sieht der Grünen-Politiker eine politische Mitverantwortung bei der AfD. Deren menschenfeindliche und rassistische Parolen – außerhalb und auch innerhalb der Parlamente – bereiteten den Nährboden für Taten des rechtsextremen Spektrums. „Dass die AfD vom niedersächsischen Verfassungsschutz als Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung eingestuft wird, zeigt“, so Bajus, „wie ernst die Lage ist.“